Kolumne Yachtrevue

Innovation & Nachhaltigkeit

20 Feb 2026 - Link zur Ausgabe: Yachtrevue

Segel bei Frachtschiffen ist nicht von gestern. Sie unterstützen bei Wind und reduzieren die Kosten teils erheblich. Mehr dazu lesen Sie in dieser Ausgabe.

Bild von Alois Bauer

Alois Bauer

CEO & Gründer alba Boats

Back to the Roots

Können Sie sich noch erinnern, als die Welt noch in Ordnung war und der Handel mit Segelschiffen funktionierte? Nicht? Ich zum Glück auch nicht. Zuerst beschleunigten Dampfschiffe den Handel, später machten Schweröl- und Diesel-Schiffe ihn günstiger. Das brachte uns sehr viel Wohlstand.

War früher wirklich alles schlechter? Nein, denn jede Antriebsart hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Segelschiffe verwenden lokal vorhandene und kostenlose Energie, sind aber wetterabhängig. Schiffe mit Diesel oder alternativen Treibstoffen fahren wetterunabhängig, belasten aber Budget und Umwelt.

Wir Segler kennen mit dem Flautenschieber ein System, das Wind- und Motorkraft verbindet. Unser Ziel bleibt aber das Segeln. Frachtschiffe haben andere Ziele. Sie müssen ihre Häfen in einer bestimmten Zeit erreichen und das garantieren nur Dieselmotoren oder alternative Antriebe. Aufkommende moderne Segelsysteme können diesen Primärantrieb unterstützen und reduzieren bei vorhandenem Wind den Energiebedarf teils erheblich.

Aktuelle Projekte zeigen, wie diese Kombination heute funktionieren. Frachtschiffe wie die Pyxis Ocean setzen auf von Flugzeugtragflächen inspirierte Wingsails. Bei günstigem Wind sparen sie bis zu 30 % Treibstoff. Das entspricht bei der Pyxis Ocean bis zu 11 Tonnen Schweröl oder 5.500 Euro pro Tag, was eine Amortisationszeit von 3-4 Jahren bedeutet. Neben festen Segeln kommen auch Flettner-Rotoren und Kite-Systeme zum Einsatz. Diese benötigen entweder viel Platz an Deck und stören beim Be- und Entladen oder sie sind in der Windstärke und Windrichtung beschränkt.

Das bringt uns zu der aktuellsten Innovation: Aeroforce’ aufblasbare Wingsails. Wie die festen Systeme werden die Profile durch KI gesteuert, können aber gerefft oder bei Brückendurchfahrten und im Hafen komplett eingeholt werden. Und das Beste für uns: Auch Freizeityachten wie die MODX 70 testen bereits.

Ist die wiederentdeckte Windkraft fit für die Zukunft oder bringen diese Systeme nur unnötige Komplexität?

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